1993-1999
Entwicklungsjahre
Das interdisziplinäre Grundkonzept des Asthmazentrums eröffnete vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten, die in den Jahren zwischen 1993 und 1999 genutzt wurden.
Im berufsvorbereitenden Bereich gab es eine Expansion und Diversifizierung der Angebote. Werkstatt- und Bereichsleiter Franz Polzer trieb mit seinem Team aus Pädagogen, Medizinern, Psychologen, Förderlehrern und Ausbildern diese Entwicklung stetig voran. Langwierige, aber stets konstruktive Verhandlungen ermöglichten ein zunehmend professionelleres und individuelleres Angebot in der vorberuflichen Förderung. Das hohe Niveau in der individuellen Beratung spiegelte sich damals wie heute in der hohen Erfolgsquote bei Prüfungen und Vermittlungen von Ausbildungsplätzen wieder.
Die wichtigsten Schritte dieser Entwicklung waren die Erweiterung auf 42 Plätze mit den zwei neuen Berufsfeldern Hauswirtschaft und Haustechnik (1994), der Antrag auf bauliche Erweiterungsmaßnahmen der Werkstätten und eines zu erwerbenden Hotels (1995), die erstmalige Ausbildung von zwei Lehrlingen im Bereich Bürokaufmann/frau (1997), die Steigerung der Ausbildungszahl auf sieben Auszubildende in den zusätzlichen Bereichen Hauswirtschaftstechn. Helfer (HTH) und Hotelfachfrau (1998), der Erwerb der unmittelbar neben dem Jugenddorf Buchenhöhe gelegenen Pension Schröder zum Umbau in ein künftiges Ausbildungshotel für Auszubildende sowie zur Unterbringung von Tagungsgästen und Eltern (1998). Dieses Projekt wurde vor allem durch die großzügige finanzielle Unterstützung der Firma Tupperware Deutschland realisiert.
Im schulischen Bereich war seit der Integration des Realschulzweiges 1989 in die Realschule Obersalzberg/Königssee eine reine Grund- und Hauptschulstufe entstanden. Die sonderpädagogische Zuordnung als Schule für Körperbehinderte ermöglichte eine sehr individuelle Betreuung der Schüler und führte in der Folgezeit zu einer überdurchschnittlich hohen Schulerfolgsquote bei den Schulabschlüssen. Die Klassenzahl konnte auf zehn gesteigert werden, inklusive eine "Klasse für Krankenhausunterricht", d.h. Unterrichtsstunden für stationär kranke Kinder einschloss. Das Fördersystem der Schule wurde qualitativ und quantitativ beständig weiterentwickelt, so dass auch sehr schulschwache Kinder oder durch Fehlzeiten stark im Schulbesuch beeinträchtigte Schüler ihre Leistungen steigern konnten. Die personelle Mischung aus Sonderschullehrern, erfahrenen Volkssschullehrkäften und Fachlehrern, z.T. aus den weiterführenden Schulzweigen, garantierte eine große didaktische und methodische Bandbreite der Schule.
Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit lag und liegt nach wie vor in der musischen Erziehung der Schüler. Alle in der Grundschule und bis zur Klasse 6 unterrichteten Kinder lernen im Rahmen des Musikunterrichts seit 1992 das Blockflötenspiel und damit die Grundlage für das Notenlesen oder späteren Instrumentalunterricht. Seit dieser Zeit werden beständig Arbeitsgemeinschaften in den Bereichen Schauspiel, Flöte, und Tanz angeboten. Diese langjährige musische Arbeit erlebte 1998 einen ersten Höhepunkt in der Aufführung des "Hexenmusicals" frei nach Ottfried Preußler.
Zur mittlerweile schon langjährigen Tradition der musischen Aufführungen gehören auch die jährlichen Weihnachtsspiele sowie zahlreiche Auftritte in Nachbarschulen und Einrichtungen in Berchtesgaden.
Einen großen Entwicklungsschub erlebte auch die interdisziplinäre Arbeit. Sowohl im pädagogischen wie auch im psychologischen Bereich vollzogen sich mannigfaltige Entwicklungen, die alle auf eine möglichst individuelle Betreuung der jungen Patienten zielten. Freizeit- und erlebnispädagogische Angebote, wie Bogenschießen, Fußball, Outdoorsportarten, musisch-kreative Arbeiten, Festlichkeiten des Jahreskreises, Gruppenabende, aber auch religionspädagogische Arbeits- und Themengruppen sowie unterschiedliche verhaltenstherapeutische Hilfsangebote brachten den Kindern und Jugendlichen zusammen mit der medizinischen und sporttherapeutischen Betreuung eine gesteigerte Lebensqualität. Den Kindern, aber auch Eltern, die sich ursprünglich nur schweren Herzens für eine Unterbringung im Asthmazentrum entschlossen hatten, wurde mit zunehmender Dauer des Aufenthaltes klar, dass ein solch umfangreiches Betreuungsangebot im ganzheitlichen Sinne, zu Hause wohl kaum zu realisieren wäre.
Eine neue medizinische Herausforderung , aber auch eine weitere Differenzierung in der Alltagsgestaltung stellte 1996 die Aufnahme der ersten Mukoviszidosepatienten im Asthmazentrum dar. Die Patienten selbst, aber auch Verteter von Mukoviszidoseverbänden, an deren Spitze Frau Marianne Herzog, die Ehefrau des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog, hatten erkannt, dass das Langzeitkonzept des Asthmazentrums auch Chancen für eine bessere Betreuung von Mukoviszidosepatienten bietet.
Frau Herzog, die als kompetente und engagierte Vertreterin dieser Patientengruppe sehr differenziert die krankheitsbedingten Lebensumstände der jungen Patienten einschätzen konnte, besuchte das Asthmazentrum wiederholt. Besonders herausragend war Frau Herzogs Besuch 1997 anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Asthmazentrums und der gleichzeitigen Einweihung des neu eingerichteten Elternberatungszentrums auf der Buchenhöhe mit Namen INA (Institut für Verhaltensmedizin bei Asthma und Neurodermitis). Im Juli 1997 wurden erstmals Asthmaferiencamps durch das INA organisiert und durchgeführt. Ebenso erfolgte seit dieser Zeit die Organisation von ambulanten Asthma-Verhaltenstrainings für die Kinder der Langzeitrehabilitation durch das INA. Seit November 1997 wird ebenfalls die Asthmatrainerausbildung in Form von Theorieseminaren, Hospitationen und Supervisionen durch das INA durchgeführt (durchschnittlich vier Theorieseminare mit jeweils 15-20 Teilnehmern pro Jahr). Nach Klärung der finanziellen Voraussetzungen erfolgte das erste Elterntraining im März 1998.
In diese Zeit fiel auch die Entwicklung und Einführung der interdisziplinären Rehaplanung. Auf der Grundlage von sog. Basisberichten aus allen an der Rehabilitation beteiligen Bereichen wurden im Rahmen eine interdisiplinären Fallbesprechung Rehaziele und Maßnahmen für jedes einzelne Kind diskutiert, festgelegt und niedergeschrieben. Der so entstandene schriftliche Rehaplan war somit die Beobachtungs- und Arbeitsgrundlage für das nächste halbe Jahr. Danach wurden im selben Prozedere die bisherigen Ziele und Maßnahmen überprüft bzw. neu festgelegt. Im Laufe der Folgejahre sollte diese Dokumentationsform schrittweise verfeinert, reformiert und ökonomisiert werden.
Das noch junge INA erlebte gleich in den ersten Jahren seines Bestehens eine Ausweitung seiner Aufgabengebiete. Neben der Organisation von Kongressen, Pressekonferenzen und der Mitwirkung bei der Öffentlichkeitsarbeit, erfüllt das INA auch durch Seminare zur pharmazeutischen Betreuung eine wichtige Funktion. Als erste Großveranstaltung führte das INA im Januar 1999 die 10. Jahrestagung der AG Asthmaschulung durch. Dazu kamen fast 350 Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet nach Berchtesgaden.
Im berufsvorbereitenden Bereich konnte in diesem Jahr die Zahl der Auszubildenden auf 14 gesteigert werden. Erstmals konnten Jugendliche auch drei Ausbildungsstellen im Berchtesgadener Tal angeboten werden. In der Einrichtung selbst wurden weitere Ausbildungsplätze für je einen Beikoch und einen Metallbauer geschaffen.
Im Juli 1999 hieß es Abschied nehmen von einem Mann, der die Konzeption und die Gründungszeit des Asthmazentrums wesentlich geprägt hat: Der Träger des Bundesverdienstkreuzes Stefan Gauer beendete nach 28 Jahren seine berufliche Laufbahn. In der künftigen übergreifenden Leitungsstruktur spiegelte sich der Gedanke wieder, die CJD Einrichtungen in Berchtesgaden als gemeinsames Unternehmen mit mehreren Standorten zu führen.
Im Oktober erlebte das Asthmazentrum noch einen Höhepunkt mit der Übergabe des neuen Hartplatzes durch den Ex-Nationalspieler und Fußballweltmeister Raimond Aumann vom FC Bayern München.
Die wichtigsten Schritte dieser Entwicklung waren die Erweiterung auf 42 Plätze mit den zwei neuen Berufsfeldern Hauswirtschaft und Haustechnik (1994), der Antrag auf bauliche Erweiterungsmaßnahmen der Werkstätten und eines zu erwerbenden Hotels (1995), die erstmalige Ausbildung von zwei Lehrlingen im Bereich Bürokaufmann/frau (1997), die Steigerung der Ausbildungszahl auf sieben Auszubildende in den zusätzlichen Bereichen Hauswirtschaftstechn. Helfer (HTH) und Hotelfachfrau (1998), der Erwerb der unmittelbar neben dem Jugenddorf Buchenhöhe gelegenen Pension Schröder zum Umbau in ein künftiges Ausbildungshotel für Auszubildende sowie zur Unterbringung von Tagungsgästen und Eltern (1998). Dieses Projekt wurde vor allem durch die großzügige finanzielle Unterstützung der Firma Tupperware Deutschland realisiert.
Im schulischen Bereich war seit der Integration des Realschulzweiges 1989 in die Realschule Obersalzberg/Königssee eine reine Grund- und Hauptschulstufe entstanden. Die sonderpädagogische Zuordnung als Schule für Körperbehinderte ermöglichte eine sehr individuelle Betreuung der Schüler und führte in der Folgezeit zu einer überdurchschnittlich hohen Schulerfolgsquote bei den Schulabschlüssen. Die Klassenzahl konnte auf zehn gesteigert werden, inklusive eine "Klasse für Krankenhausunterricht", d.h. Unterrichtsstunden für stationär kranke Kinder einschloss. Das Fördersystem der Schule wurde qualitativ und quantitativ beständig weiterentwickelt, so dass auch sehr schulschwache Kinder oder durch Fehlzeiten stark im Schulbesuch beeinträchtigte Schüler ihre Leistungen steigern konnten. Die personelle Mischung aus Sonderschullehrern, erfahrenen Volkssschullehrkäften und Fachlehrern, z.T. aus den weiterführenden Schulzweigen, garantierte eine große didaktische und methodische Bandbreite der Schule.
Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit lag und liegt nach wie vor in der musischen Erziehung der Schüler. Alle in der Grundschule und bis zur Klasse 6 unterrichteten Kinder lernen im Rahmen des Musikunterrichts seit 1992 das Blockflötenspiel und damit die Grundlage für das Notenlesen oder späteren Instrumentalunterricht. Seit dieser Zeit werden beständig Arbeitsgemeinschaften in den Bereichen Schauspiel, Flöte, und Tanz angeboten. Diese langjährige musische Arbeit erlebte 1998 einen ersten Höhepunkt in der Aufführung des "Hexenmusicals" frei nach Ottfried Preußler.
Zur mittlerweile schon langjährigen Tradition der musischen Aufführungen gehören auch die jährlichen Weihnachtsspiele sowie zahlreiche Auftritte in Nachbarschulen und Einrichtungen in Berchtesgaden.
Einen großen Entwicklungsschub erlebte auch die interdisziplinäre Arbeit. Sowohl im pädagogischen wie auch im psychologischen Bereich vollzogen sich mannigfaltige Entwicklungen, die alle auf eine möglichst individuelle Betreuung der jungen Patienten zielten. Freizeit- und erlebnispädagogische Angebote, wie Bogenschießen, Fußball, Outdoorsportarten, musisch-kreative Arbeiten, Festlichkeiten des Jahreskreises, Gruppenabende, aber auch religionspädagogische Arbeits- und Themengruppen sowie unterschiedliche verhaltenstherapeutische Hilfsangebote brachten den Kindern und Jugendlichen zusammen mit der medizinischen und sporttherapeutischen Betreuung eine gesteigerte Lebensqualität. Den Kindern, aber auch Eltern, die sich ursprünglich nur schweren Herzens für eine Unterbringung im Asthmazentrum entschlossen hatten, wurde mit zunehmender Dauer des Aufenthaltes klar, dass ein solch umfangreiches Betreuungsangebot im ganzheitlichen Sinne, zu Hause wohl kaum zu realisieren wäre.
Eine neue medizinische Herausforderung , aber auch eine weitere Differenzierung in der Alltagsgestaltung stellte 1996 die Aufnahme der ersten Mukoviszidosepatienten im Asthmazentrum dar. Die Patienten selbst, aber auch Verteter von Mukoviszidoseverbänden, an deren Spitze Frau Marianne Herzog, die Ehefrau des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog, hatten erkannt, dass das Langzeitkonzept des Asthmazentrums auch Chancen für eine bessere Betreuung von Mukoviszidosepatienten bietet.
Frau Herzog, die als kompetente und engagierte Vertreterin dieser Patientengruppe sehr differenziert die krankheitsbedingten Lebensumstände der jungen Patienten einschätzen konnte, besuchte das Asthmazentrum wiederholt. Besonders herausragend war Frau Herzogs Besuch 1997 anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Asthmazentrums und der gleichzeitigen Einweihung des neu eingerichteten Elternberatungszentrums auf der Buchenhöhe mit Namen INA (Institut für Verhaltensmedizin bei Asthma und Neurodermitis). Im Juli 1997 wurden erstmals Asthmaferiencamps durch das INA organisiert und durchgeführt. Ebenso erfolgte seit dieser Zeit die Organisation von ambulanten Asthma-Verhaltenstrainings für die Kinder der Langzeitrehabilitation durch das INA. Seit November 1997 wird ebenfalls die Asthmatrainerausbildung in Form von Theorieseminaren, Hospitationen und Supervisionen durch das INA durchgeführt (durchschnittlich vier Theorieseminare mit jeweils 15-20 Teilnehmern pro Jahr). Nach Klärung der finanziellen Voraussetzungen erfolgte das erste Elterntraining im März 1998.
In diese Zeit fiel auch die Entwicklung und Einführung der interdisziplinären Rehaplanung. Auf der Grundlage von sog. Basisberichten aus allen an der Rehabilitation beteiligen Bereichen wurden im Rahmen eine interdisiplinären Fallbesprechung Rehaziele und Maßnahmen für jedes einzelne Kind diskutiert, festgelegt und niedergeschrieben. Der so entstandene schriftliche Rehaplan war somit die Beobachtungs- und Arbeitsgrundlage für das nächste halbe Jahr. Danach wurden im selben Prozedere die bisherigen Ziele und Maßnahmen überprüft bzw. neu festgelegt. Im Laufe der Folgejahre sollte diese Dokumentationsform schrittweise verfeinert, reformiert und ökonomisiert werden.
Das noch junge INA erlebte gleich in den ersten Jahren seines Bestehens eine Ausweitung seiner Aufgabengebiete. Neben der Organisation von Kongressen, Pressekonferenzen und der Mitwirkung bei der Öffentlichkeitsarbeit, erfüllt das INA auch durch Seminare zur pharmazeutischen Betreuung eine wichtige Funktion. Als erste Großveranstaltung führte das INA im Januar 1999 die 10. Jahrestagung der AG Asthmaschulung durch. Dazu kamen fast 350 Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet nach Berchtesgaden.
Im berufsvorbereitenden Bereich konnte in diesem Jahr die Zahl der Auszubildenden auf 14 gesteigert werden. Erstmals konnten Jugendliche auch drei Ausbildungsstellen im Berchtesgadener Tal angeboten werden. In der Einrichtung selbst wurden weitere Ausbildungsplätze für je einen Beikoch und einen Metallbauer geschaffen.
Im Juli 1999 hieß es Abschied nehmen von einem Mann, der die Konzeption und die Gründungszeit des Asthmazentrums wesentlich geprägt hat: Der Träger des Bundesverdienstkreuzes Stefan Gauer beendete nach 28 Jahren seine berufliche Laufbahn. In der künftigen übergreifenden Leitungsstruktur spiegelte sich der Gedanke wieder, die CJD Einrichtungen in Berchtesgaden als gemeinsames Unternehmen mit mehreren Standorten zu führen.
Im Oktober erlebte das Asthmazentrum noch einen Höhepunkt mit der Übergabe des neuen Hartplatzes durch den Ex-Nationalspieler und Fußballweltmeister Raimond Aumann vom FC Bayern München.






