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CJD aktuell

 

Gewalt,
sexuelle Belästigung und sexueller Missbrauch haben im CJD keinen Platz


Stellungnahme des
CJD Vorstands

2000-2002

Weiterer Ausbau

In diesen Jahren wurde die Grund- und Hauptschule durch die Aufnahme erster Leistungssportler in das schon lange bewährte Sportlerförderungskonzept der CJD Christophorusschulen Berchtesgaden eingebunden.
Im Februar 2000 fand im CJD Asthmazentrum Berchtesgaden ein internationales Symposion mit Medizinern aus den Niederlanden, Großbritannien, Slowenien, Polen, Österreich, der Schweiz und Deutschland statt. Erstmals besuchte der Minister für Gesundheit und Soziales aus der Mongolei, Sodov Sonin, zusammen mit Dr. Christoph Hölzel, Ministerialdirigent des Bayrischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familien, Frauen und Gesundheit und dem Botschafter der Mongolei in Deutschland, Herrn Bazarragchaa Bayarseikhan die Einrichtung. Beeindruckt von dem Standard des Asthmazentrums betonte Gesundheits- minister Sodov Sonin gegenüber dem Gesamtleiter des CJD Berchtesgaden, Hans-Wolf von Schleinitz, dass er die Zusammenarbeit des Asthmazentrums mit der mongolischen Ärzteschaft künftig beibehalten wolle.
Im März des Jahres wurden Schülern der achten und neunten Klassen der Hauptschule zu einer Betriebsbesichtung bei Bayer Leverkusen eingeladen. Neben dem Besichtigungsprogramm, hatte die Firma noch eine besondere Überraschung bereit: Alle Schüler und ihre Begleiter durften am folgenden Tag kostenlos zum Bundesligaspiel Bayer 04 Leverkusen gegen den FC Freiburg. Am Tag zuvor war es auch noch möglich, die gesamte Mannschaft beim Abschlusstraining zu erleben.
Der Leistungssport hielt auch Einzug in die Schule selbst: Eine bedeutende strukturelle Erweiterung war die Aufnahme von Leistungssportlern in den Hauptschulbereich der Schule für Körperbehinderte. Viele Leistungssportler haben durch den hohen Trainingsaufwand den sie leisten, erhebliche Fehlzeiten und Lücken im Schulwissen. Dass eine sonderpädagogisch strukturierte Hauptschulstufe günstige Voraussetzungen zur Verhinderung von Schuldefiziten bietet, lag auf der Hand. So wurden im Schuljahr 2000/2001 insgesamt drei Kadersportler der CJD Christophorusschule Obersalzberg aus den Bereichen Langlauf, Rodeln und Nordische Kombination an der Schule des Asthmazentrums aufgenommen. Der gemeinsame Sportunterricht mit Asthmatikern wirkt integrativ und ist ein pädagogischer Gewinn sowohl für Sportler wie für Asthmatiker.
Vom 16. bis zum 23. Juli präsentierte der Circus AZEBU sein auf inzwischen vielen Gastspielreisen erprobtes Programm im Pavillion der Hoffnung auf der EXPO 2000. Unter ärztlicher Begleitung von Zirkusdoktor Gerd Schauerte konnte Zirkusprojektleiter Martin Huber das große Wagnis eingehen, mit 22 Kindern und Jugendlichen in den Rummel von 200.000 Expo-Besuchern. Die ausfallenden Schulstunden wurden in der Vorbereitungszeit hereingearbeitet, so dass auch die beteiligten Schulleitungen diese Zirkusreise unterstützen konnten. Wie hoch der Stellenwert der musischen Arbeit angesiedelt wird, zeigt auch die Ende Juli durchgeführte Theatertournee der Grundschüler unter Leitung von Klassenlehrerin Ilse Grimm. Nachdem die Premiere des frei nach Jannosch interpretierten Stückes "Oh wie schön ist Panama" bei den Schultheatertagen des Landkreises Berchtesgadener Land erfolgreich absolviert war, führten die kleinen Grundschüler das Stück noch drei Mal in den Kindergärten der Berchtesgadener Gemeinden mit größtem Erfolg auf und ernteten herzlichen Beifall.
In der Adventszeit 2000 zeigten die Kinder und Jugendlichen noch einmal ihre Verbundenheit mit dem Berchtesgadener Land durch die Übergabe eines Spendenbetrages und einer mobilen Gehhilfe an das Bügerheim für alte Menschen in Berchtesgaden. Das Geld dafür hatten sie bei einem einwöchigen Weihnachtsbasar in der Fußgängerzone durch den Verkauf selbstgebastelter Geschenkartikel, selbstgemachter Marmeladen und kunsthandwerklicher Weihnachtsartikel aus der Berufsvorbereitung erwirtschaftet.
2001 konnte in der beruflichen Rehabilitation das 1998 begonnene Projekt, zusätzliche Ausbildungsberufe im Hotel- und Gaststättenbereich anzubieten und gleichzeitig Unterbringungsmöglichkeiten für Besucher des Asthmazentrums zu schaffen, baulich erfolgreich abgeschlossen werden. Am 28. Juni 2001 wurde das neue Ausbildungshotel "Tupperland" und der darin integrierte Lebensmittelladen, seiner Bestimmung übergeben. Im Rahmen der "Give a child a Chance"-Aktion hat Tupperware für den Bau eine sechsstellige Summe zur Verfügung gestellt. Richard Fischel vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung betonte in seiner Ansprache, dass das Engagement von Tupperware zeige, dass Herz und Kommerz kein Gegensatz sein müssten.
Zeitgleich konnten auch die bauliche Erweiterung im Werkstättenbereich zu Ende geführt werden, so dass zu Beginn des Ausbildungs- und Schuljahres 2001/2002 mit 25 Auszubildenden und 41 Maßnahmeteilnehmern im vorberuflichen Bereich ein großer Erweiterungsschritt getan war.
Auch im schulischen Bereich konnte durch die Einführung einer M-10 Klasse zu Beginn des Schuljahres 2001/02 das Angebot ausgebaut werden. Als bayernweit bis dahin einzige Förderschule bot damit die Schule des Asthmazentrums einen bundesweit gültigen Mittleren Schulabschluss an, der in der Hauptschulstufe erworben werden kann. Trotz strenger Zugangskriterien konnten sechs Schüler, darunter auch ein Leistungssportler, dieses Angebot wahrnehmen.
In den gleichen Zeitraum fiel die Gründung eines neuen pädagogischen Projektes. Inspiriert vom Prager Schwarzen Theater gründeten die Pädagoginnen Anne-Katrin Böhme und Claudia Stümpert eine Schwarzlichttheatergruppe. Die notwendigen zusätzlichen Verdunkelungen und Schwarzlichtquellen wurden im Musiksaal der Schule installiert. Dort begann ein reger Probenbetrieb, und die Schwarzlichttheatergruppe einen festen Platz im musischen Programm der Einrichtung erwarb.
Die Öffnung der Schule auch für Leistungssportler zog eine rege Nachfrage bei Sportlern aus dem Berchtesgadener Raum nach sich. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Olypiastützpunkt Berchtesgaden, konnten einige Nachwuchsrodler in die Schule aufgenommen werden.
Die Verbindung von Asthma und Sport wurde auch beim Besuch der Ausnahmeschwimmerin, Weltrekordhalterin und Weltmeisterin Sandra Völker deutlich. Sandra Völker, die selbst unter Asthma leidet, will mit der Sandra-Völker-Stiftung vor allem die Weiterbildung von Lehrkräften fördern und erreichen, dass in der Schule besser mit Asthmatikern umgegangen wird. Während ihres zweitägigen Aufenthaltes bestritt Sandra Völker einen Spezialwettkampf gegen eine nicht enden wollende Kinderstaffel in der Schwimmhalle des Asthmazentrums. Bei einem Pressegespräch erläuterte sie offen die Probleme von Toppathleten bei der Asthmamedikamentierung und die Ziele ihrer Stiftungsarbeit.
2002 ging im Mai für den Circus AZEBU einen lang gehegter Traum in Erfüllung. Auf Einladung von Pfr. Hartmut Hühnerbein, Vorstandssprecher des CJD Deutschlands e.V. absolvierte der Zirkus eine 10-tägige Tournee durch sechs Bundesländer. Weit mehr als 1.000 Zuschauer besuchten die Vorstellungen in Nürnberg, Chemnitz, Berlin, Dortmund, Speyer und Stuttgart. Sogar in das Bundeskanzleramt wurde die Truppe eingeladen und in Räume geführt, die sonst nur Staatsgästen vorbehalten sind.
Im Juni wurde die Reihe der erlebnispädaogischen Veranstaltungen durch die CJD Erlebnissporttage 2002 fortgesetzt. Zehn süddeutsche Jugenddörfer folgten der Einladung des CJD Asthmazentrums Berchtesgaden. Der Organisator Christoph Cramme, stellvertretender pädagogischer Leiter des Asthmazentrums konnte mit Unterstützung des Gebirgsjägerbataillons 232 auf dem truppeneigenen Sillberg ein Zeltlager für 120 Teilnehmer aufbauen und mit Rafting, Klammwandern und Moutainbiking ein tolles Outdoorprogramm anbieten.
Ende Juli konnte Schulleiter Anton Kaunzner auf der Entlassfeier der Grund- und Hauptschule verkünden, dass in der neunten Klasse wieder eine überdurchschnittliche Zahl von Qualifizierenden Hauptschulabschlüssen erreicht worden war und dass alle Schüler der erstmals durchgeführten M-10 Klasse die Mittlere Reife bestanden hatten. Dies bestätigte eindrucksvoll die Entscheidung zur Bildung dieser Klasse und eröffnete den erfolgreichen Schülern neue berufliche Perspektiven.
Im Oktober erhielt das INA weitere Aufgabengebiete, u.a. die Koordinierung und Organisation des Bereiches EDV mit drei Mitarbeitern und den Bereich Öffentlichkeitsarbeit.