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CJD aktuell

 

Gewalt,
sexuelle Belästigung und sexueller Missbrauch haben im CJD keinen Platz


Stellungnahme des
CJD Vorstands

2003-2008

Neuorientierung

In den Jahren nach 2002 gab es in vielen Bereichen des Asthmazentrums eine grundlegende Neuorientierung, die teilweise durch eine wesentliche Verschlechterung der Rahmenbedingungen erzwungen wurde, Zugleich gab es jedoch auch positive Neuentwicklungen, etwa im erlebnispädagogischen Bereich.
So starteten im Februar 2003 zum ersten Mal Asthmatiker auf der Buchenhöhe zu einem 10-Stunden-Skimarathon. Gemeinsam sammelten sie über 1.300 Pistenkilometer und zeigten damit eindrucksvoll, was Asthmatiker dank einer individuellen sporttherapeutischen Betreuung alles leisten können. Seither hat das Event seinen festen Platz im Jahreslauf des Asthmazentrums.
Im Herbst 2003 ging der Circus AZEBU wieder einmal auf Tour. Mit mehreren Auftritten beteiligte er sich in Stuttgart CJD-Sockentag, einer deutschlandweiten Kampagne, mit der Spenden gesammelt und für die Anliegen des CJD geworben wurde.
Im November verlieh das Asthmazentrum zum ersten Mal gemeinsam mit Ratiopharm den asthmaChamp. Dieser Preis zeichnet die vorbildliche Integration von Sport beim Krankheitsmanagement aus und ging an eine junge Asthmatikerin aus dem Asthmazentrum.
Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres im September 2004 erhielten die vorberuflichen Bildungsmaßnahmen eine komplett neue Struktur. Damit sollen Jugendliche, die aus den verschiedensten Gründen nicht berufs- oder ausbildungsreif sind, schneller als bisher den beruflichen Einstieg schaffen. Der alte Förderlehrgang wurde ersetzt durch die Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme, und auch die kürzeren Maßnahmen erhielten als "Eignungsabklärung" und "Arbeitserprobung" eine neue Form. Dabei gelang dem Bereich der medizinisch-beruflichen Förderung eine gute Umsetzung, obwohl die Vorgaben der Bundesagentur für Arbeit ständig ergänzt und wieder verändert wurden. Ganz zum Ende seiner beruflichen Laufbahn bewältigte der Leiter der beruflichen Rehabilitation, Franz Polzer damit eine schwierige Aufgabe, die für die Zukunft seines Arbeitsbereiches eine entscheidende Weichenstellung bedeutete. Am 2.12.2004 wurde er in den verdienten Ruhestand verabschiedet. Als Leiterin der Berufsförderung folgte ihm Sieglinde Pfannebecker.
Auch die Position der Pädagogischen Leitung wurde neu besetzt. Mit Regine Heimann übernahm im September 2004 eine erfahrene Sozialpädagogin die Teamführung, die sich besonders im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe engagiert. Dadurch eröffnete sich für das Asthmazentrum verstärkt dieses Arbeitsfeld. Mit einer wachsenden Zahl von KJHG-Fällen stieg auch der Bedarf an psychologischer Betreuung, so dass auch dieser bereich langfristig gestärkt werden musste.
Nach langer Vorbereitung unterzog sich das Asthmazentrum im Dezember CJD Berchtesgaden der Prüfung durch den TÜV, um sich nach den Richtlinien DIN EN ISO 9001:2000 zertifizieren zu lassen. Für das begehrte Zertifikat musste ein komplexes Auditverfahren durchlaufen werden. Vier Fachleute für medizinische und schulische Verfahrensanleitungen waren damit tagelang beschäftigt. Die Entwicklung des normenkonforme Qualitätsmanagements leitete einen kontinuierlicher Verbesserungsprozess ein, den seither der TÜV alle zwölf Monate überwacht.
Im Frühjahr 2005 etablierte sich endgültig ein neuen Fortbildungsangebot für Lehrer, die sich im Asthmazentrum über die Integration chronisch kranker Kinder im Schulalltag informieren können. Lehrer aus ganz Deutschland kommen seither nach Berchtesgaden und nehmen das Angebot wahr, dass vor allem darauf abzielt, die praktischen Erfahrungen aus dem schulischen Alltag weiterzuvermitteln, um dadurch den Umgang mit Asthmatikern im Unterrichtsalltag sowie beim Sportunterricht und auf Exkursionen zu verbessern. Medizinisches Grundlagenwissen zu Asthma bronchiale und zur Therapie ergänzen die Fortbildung.
Im April 2005 begann eine Hörfunk-Kooperation zwischen dem privaten Sender Untersberg Live und dem Schülerradio Buchenhöhe. Durch die großzügige Unterstützung von E.on Bayern, Gerling Rosenheim, Aktion Mensch und dem bayerischen Kultusministerium konnten Schüler aus dem CJD Asthmazentrum Berchtesgaden und den CJD Christophorusschulen Berchtesgaden wöchentlich eine Sendestunde im Programm von Untersberg Live produzieren. Das zunächst auf ein Jahr ausgelegte Projekt konnte später verlängert werden und wuchs zu einem schulischen Angebot, das den Lehrplan bereicherte.
Ebenfalls im April 2005 erhielt das CJD Asthmazentrum Berchtesgaden nach erfolgreich abgeschlossener Zertifizierung das TÜV-Siegel nach ISO 9001:2000. Dieses Gütesiegel wird nach umfangreicher Prüfung verliehen und bestätigt, dass ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt wurde und richtliniengemäß angewandt wird. Für medizinische Einrichtungen ist diese Zertifizierung unumgänglich, weil die Kostenträger im Gesundheitswesen sie einfordern.
Im Juni 2005 kommt es zwischen dem Asthmazentrum und der DAK sowie der Klinik Santa Maria in Oberjoch und dem Ärztenetzwerk PädNetz Bayern erstmalig in Deutschland zu einem Vertragsschluss zur integrierten Versorgung von Asthmatikern. Damit wurde ein neues Versorgungsmodell für chronisch Kranke etabliert. Es beinhaltet eine enge Vernetzung aller Behandlungsstellen, die Garantie von rationalen Versorgungsleitlinien, ein Case-Management der Erkrankung, Asthmaschulungen sowie teilstationäre und stationäre Rehabilitationsaufenthalte.
Mit der Idee zu einer sommerlichen Radfreizeit für Asthmatiker schuf der stellvertretende pädagogische Leiter Christoph Cramme ein Angebot, das von den Kindern und Jugendlichen des Asthmazentrums begeistert angenommen wurde. Das anspruchsvolle Ziel der einwöchigen Tour war eine Alpenquerung von Berchtesgaden nach Venedig. Das erforderte ein langfristigeres Vorbereitungstraining und weckte reges Medieninteresse. So begleitete im August eine Fernsehproduktionsfirma die Tour und produzierte für die ARD über 45 Sendeminuten.
Durch die größere Zahl von KJHG-Fällen entstand die Notwendigkeit, die personellen Möglichkeiten der Betreuung zu verbessern. Der Kinderarzt und Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Martin Rank übernahm die Leitung des psychologischen Dienstes und erweiterte die Kompetenz des Asthmazentrums im kinder- und jugendpsychiatrischen Bereich.
Eine neue Partnerschaft markierte den Jahreswechsel 2005/2006. Durch eine Kooperationsvereinbarung mit dem VdK gelang es, das Asthmazentrum als kompetenten Partner in der Gesundheitsberatung der VdK-Geschäftsstellen zu etablieren. Ein weiterer Vertragsabschluss zur Integrierten Versorgung folgte im Juli 2006. Diesmal mit der Techniker Krankenkasse.
Gesponsert von Altana Pharma Deutschland gingen Ende Juli erneut MTB-begeisterte Asthmatiker aus dem Asthmazentrum auf große Tour. Diesmal von Berchtesgaden quer durch Bayern bis an den Bodensee. Als Asthma Alpin Team gehört seither die sommerliche Jugendfreizeit zum festen Angebot des Asthmazentrums.
Im August 2006 ging das internetbasierte Asthmanachschulungsprogramm my-Air.tv an den Start. Entwickelt wurde es maßgeblich von einem Redaktionsteam aus dem Asthmazentrum, um die schlechten Quoten bei der Nachschulung von Asthmapatienten zu verbessern. Partner in dem Projekt waren das forschende Arzneimittelunternehmen GlaxoSmithKline, die DAK und die AG Asthmaschulung.
Für die Durchführung und Organisation der vielfältigen Patientenschulungsprogramme, Fortbildungsveranstaltungen und Tagungen etc. ist seit Januar 2007 die Jugendakademie im CJD Berchtesgaden zuständig.
Im April 2007 nahm die CJD Oberau Health & Activity Lodge ihren Betrieb auf. Das Gebäude des ehemaligen Bildungszentrums Haus Hohe Buchen dient seither als Betreuungseinrichtung für übergewichtige und adipöse Kinder und Jugendliche. Die schwierige Startphase dieses neuen Angebotes im CJD Berchtesgaden war eine große Herausforderung.
Auf der Buchenhöhe entstand ab Mai 2007 wieder einmal ein Neubau: das neue Therapiezentrum, mit dem der zunehmend problematische Platzmangel in der Sport- und Physiotherapie behoben werden konnte. Am 24. April 2008 wurde er offiziel eingeweiht.