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27.05.2008 -

Schutz vor Hausstaubmilben zwecklos?

Aus der Analyse von 54 Einzelstudien schlossen dänische Wissenschaftler vom Cochrane Centre in Kopenhagen, dass keine der heute üblichen Maßnahmen gegen Hausstaubmilben ausreichend wirksam ist. Sie könnten die winzigen Spinnentiere niemals ganz ausschalten. Asthmapatienten, die auf den Kot der Hausstaubmilben reagieren, bekommen jedoch auch schon durch kleinste Mengen des Allergens Beschwerden. Die dänischen Forscher fordern deshalb, den Patienten nicht mehr falschen Empfehlungen zu geben. „Das kann ich so unterstützen“, erklärt Dr. Gerd Schauerte vom CJD Asthmazentrum Berchtesgaden, „wer denkt, er braucht nur die Hausstaubmilben bekämpfen und ist dann aus dem Schneider, liegt falsch. Das ist eine Hoffnung, die so nicht realisierbar ist“. Eine Erfolg versprechende Therapie erfordere immer die Meidung nicht nur eines Allergens, sondern aller Auslöser - etwa Gräserpollen und Haustierhaare. „Wer das bedenkt“, so Allergologe Schauerte, „kann aber z.B. mit milbendichtem Bettzeug schon etwas erreichen“. Dieser Widerspruch gegen die Cochrane-Studie macht auch verständlich, warum die Krankenkassen bisher darauf noch nicht reagiert haben. Sie bezahlen Allergiepatienten nach wie vor spezielle Matratzenbezüge und Bettwäsche. Denn für Patienten, die alle ihre Allergene berücksichtigen, macht es Sinn, eine Hausstaubmilbensanierung zu betreiben. Das das durchaus auch guten Erfolg haben kann, weiß Dr. Schauerte aus eigener Erfahrung: „Wir haben zwar den Vorteil, dass im Gebirge die Menge der Hausstaubmilben durch die geringe Luftfeuchtigkeit stark reduziert ist. Aber auch die letzten Reste der Hausstaubmilben konnten wir beseitigen. Mit der richtigen Wohnraumausstattung und –pflege kommt man da doch weiter, als die Cochrane-Studie nahe legt“.
 




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Eduard Gossner

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