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09.11.2011 -

Gesundheitliche Risiken bei Berufswahl individuell prüfen

Chronisch kranke Jugendliche tun sich besonders schwer mit der Berufswahl und einer Berufsausbildung. In speziellen Einrichtungen finden sie Hilfe und Unterstützung.

Für Jugendliche mit Asthma, Diabetes oder einer anderen chronischen Erkrankung ist die Berufswahl ein schwieriger Schritt. Sie benötigen dabei die Unterstützung von Fachleuten, die ihnen mit Diagnostik, Tests, Training und Beratung zur Seite stehen. Rehaberater in den Arbeitsagenturen vermitteln betroffene Jugendliche deshalb in spezielle Einrichtungen, in denen sie in einigen Wochen oder auch mehreren Monaten verschiedene Berufsfelder erproben können. Gleichzeitig wird ihr Umgang mit der Krankheit verbessert.

„Die Basis für eine erfolgreiche Ausbildung und den Berufseinstieg ist die gesundheitliche Stabilität“, ist sich Christian Litwinschuh von der Arbeitsagentur im oberbayerischen Traunstein sicher. Deshalb hat die medizinische Seite der Rehabilitation mit verhaltensmedizinischer Schulung eine große Bedeutung. Am besten gelingt sie in so genannten Phase II-Einrichtungen, wie z.B. dem CJD Asthmazentrum Berchtesgaden. Bei einem zweitägigen Besuch informierte sich Christian Litwinschuh zusammen mit 20 anderen Rehaberatern der Bundesagentur für Arbeit im CJD Asthmazentrum Berchtesgaden über Möglichkeiten der medizinisch-beruflichen Rehabilitation für chronisch kranke Jugendliche.

„Medizinische und die berufliche Rehabilitation greifen am wirksamsten ineinander, wenn beides in einer Einrichtung durchgeführt wird“, erklärt Dr. Josef Lecheler, Ärztlicher Direktor des CJD Asthmazentrums Berchtesgaden. „In der Berufsberatung werden oft Berufe nach einem starren Schema von gesundheitlichen Risiken ausgeschlossen. In der Praxis kommt es jedoch darauf an, individuell abzuprüfen, welche Risiken tragbar sind“. Nur so bekämen Jugendliche mit einem Gesundheitsproblem eine realistische Chance. „Gerade angesichts des allseits beklagten Fachkräftemangels und demografisch bedingten Rückgangs an Arbeitskräften sollten wir doch auch chronisch kranken Jugendlichen eine echte Berufsperspektive bieten“, fordert Christian Litwinschuh, der die Sorgen und Nöte der Jugendlichen aus seinen Berateralltag sehr genau kennt.

 




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Eduard Goßner
Eduard.Gossner@cjd.de

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