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22.11.2011 -
Angst vor Kortison überschätzt
Zwar haben viele Patienten immer noch Angst vor einer Kortisontherapie bei Asthma bronchiale, doch wird deren Ausmaß von den Therapeuten überschätzt.
„Es gibt nach wie vor Bedenken gegen eine Kortisontherapie, denen ich im Praxisalltag häufig begegne“, erklärt der pädiatrische Pneumologe Otto Laub bei der 10. Süddeutschen Jahrestagung der AG Asthmaschulung und der AG Neurodermitisschulung. „Die Kortisonangst beruht auf einem unspezifischen Gemisch aus affektiven Ursachen und Halbwissen“. Inhalative Kortisonpräparate in der Asthmatherapie haben jedoch praktisch keine Nebenwirkungen, da die Dosierung sehr gering ist. „Tatsächlich ist in den Medikamenten viel weniger Kortison als der menschliche Körper selbst produziert“, erklärt Dr. Gerd Schauerte vom CJD Asthmazentrum Berchtesgaden, „Osteoporose, Gewichtsprobleme und andere negativen Folgen können nur bei hochdosierten Kortisoneinsatz in Form von Spritzen oder Tabletten auftreten, niemals bei inhalativen Präparaten“.
Interessanterweise ist die Kortisonangst jedoch weit geringer, als Ärzte und Therapeuten glauben. „Durch Befragung weiß man, dass die Therapeuten bei 60 Prozent ihrer Patienten einen Vorbehalt gegen Kortison vermuten“, erklärt Otto Laub, „in Wahrheit sind es aber nur 30 Prozent“.
Die Fachleute waren sich auf der 10. Süddeutschen Jahrestagung einig, dass am besten die Schulung von Patienten und deren Eltern unbegründete Vorbehalte gegen die Kortisontherapie verringert.
„Die Verwendung und die Effektivität von Medikamenten hängt stark von der Patientenschulung ab“, so Dr. Gerd Schauerte. „das gilt für Volkskrankheiten wie Asthma genauso wie für seltenere Krankheiten“. Um die Schulung chronisch kranker Patienten zu fördern, arbeitet ein Netzwerk von Fachzentren wie dem CJD Asthmazentrum Berchtesgaden an einem neuen Schulungskonzept, das vor allem die Voraussetzungen für die Schulung von Patienten mit selteneren Krankheiten verbessern soll.






